4. Rang am Berglauf Brülisau – Hoher Kasten AI – 26.8.2018

Nachdem ich in den letzten Wochen immer bei hohen Temperaturen trainiert habe, kommt mir das trübe, kalte und nasse Wetter beinahe wie ein Klimaschock vor. Glücklicherweise regnet es nicht mehr. Der Startschuss fällt schon um 9 Uhr 15. Die Strecke: 8,3 Kilometer und 873 Meter Höhenunterschied.

Ich habe schlecht geschlafen, mir ist ein wenig übel und ich habe Schnupfen. Als ich loslaufe, versuche ich, alles zu vergessen und mich auf das Laufen zu konzentrieren, schliesslich habe ich mich so darauf gefreut! Bis auf die laufende Nase, was sehr störend ist, gelingt es mir. Ich laufe locker los. Nach ein paar Metern wird es gleich sehr, sehr steil und ich finde meinen Rhythmus. Dieser extrem steile Abschnitt endet erst nach etwa 14 Laufminuten (auf meiner Stoppuhr). Die erste Läuferin setzt sich ziemlich bald ab. Ich befinde mich unter den ersten 6 Läuferinnen. Mir fällt sogleich auf, dass sich diese ‚Frauengruppe‘ (die Abstände sind nicht gross) läuferisch kaum auseinanderzieht, was ich nicht unbedingt erwartet habe.

Nach 2 Kilometern endet die geteerte, steile Strasse und ein Naturweg folgt. Es ist der Abschnitt, wo ich letztes Jahr krankheitshalber aufgeben musste. ‚Dieses Mal laufe ich bis ins Ziel‘, geht es mir durch den Kopf. Es ist der 3. Kilometer; er steigt nur minim und ist voller Pfützen. Ich laufe nun hinter Angela Haldimann als 4. Frau. Sie läuft hier schneller als ich und distanziert mich. Es folgt ein steiler Abschnitt über einen Hang, welcher sehr rutschig und schmierig ist und daher schwierig und anstrengend zu laufen. Trotz der anfänglich nicht ganz optimalen Voraussetzungen läuft es mir jetzt nicht so schlecht. Ich versuche, das Tempo zu halten, denn ich weiss, dass mir weitere starke Läuferinnen auf den Fersen sind.

Irgendwo auf dem 6. Kilometer laufe ich wieder auf einer asphaltierten Strasse. Von links und rechts schauen mir Kühe zu (was die wohl denken…?) und vor mir reissen Wolken auf, sodass sich eine fantastische Sicht auf das Rheintal öffnet. Einen kurzen Moment geniesse ich das Szenario, dann bin ich aber bald wieder gefordert. Im letzten Viertel hat es auf dem Bergweg zwei kurze Abstiege. Dann kommen die Serpentinen mit Tritten bis zum Ziel. Der Magen schmerzt ein wenig und ich kann nicht mehr locker laufen. Ich bin froh, den 4. Gesamtrang ins Ziel gebracht zu haben, auch wenn ich nicht gerade euphorisch bin.

Im Ziel bin ich irgendwie ein wenig unzufrieden darüber, das Podest verpasst zu haben. Aber als ich später die Rangliste analysiere, muss ich doch zugeben, dass es eine starke Leistung war, denn: Die Siegerin Michela Segalada ist aktuelle Vizeschweizermeisterin im Berglauf (und Streckenrekordhalterin am Hohen Kasten), die 2. Läuferin Lydia Hiernickel kenne ich zwar nicht, ist demnach aber eine sehr starke Läuferin, die 3. Frau ist die Spitzenläuferin Angela Haldimann, dann komme schon ich. Die folgenden 2 Läuferinnen sind ebenfalls sehr schnell, ich hätte ‚im schlimmsten Fall‘ auch 6. werden können und es wäre immer noch sehr gut. Mit meiner Laufzeit von 55:30 bin ich nur 17 Sekunden über meiner persönlichen Bestzeit, und das bei rutschigem Terrain. Und was auch erwähnenswert und schon fast ein wenig ungewöhnlich ist: Die ersten 6 Läuferinnen sind bei den Läufern in den top 36! Das ist eine echt starke Besetzung bei den Frauen! Also, kein Grund mehr, unzufrieden zu sein! Ich bin in Form und freue mich auf den nächsten Berglauf 😊 !

Fotos von 2016…

Der Hohe Kasten bei schönem Wetter…

Rangliste 2018

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