3. Sieg am Wildspitzlauf SZ – 28.09.2025

Es ist ein schöner Herbsttag. Auch was die Temperatur angeht, ist es für einen Berglauf gerade richtig: nicht zu warm und nicht zu kalt.

Der Start des kurzen, aber sehr steilen Berglaufs im Kanton Schwyz ist in Steinerberg. Der Lauf ist 7,75 Kilometer lang und hat eine Steigung von 970 Metern!

Ich befestige meine Startnummer am Laufshirt, auf welcher mein Name, ein Foto meiner letzten Teilnahme und alle meine hier gelaufenen Zeiten drauf sind. Beim Betrachten der Startnummer wird mir bewusst, dass ich hier heute zum 8. Mal starte. Ich bin hier bereits so oft gestartet, weil mir der sympathische Berglauf so gut gefällt und weil mir die Steilheit so gut liegt!

Ich laufe mich gut ein, denn es geht vom ersten Meter an steil los. Um 10.45 Uhr fällt der Startschuss. Ich laufe zügig los, aber nicht zu schnell. Schliesslich will ich im obersten Teil noch Reserven haben, damit ich dort, wo es über Wurzeln und steile Wiesen geht, meinen Vorteil ausspielen kann. Ich muss zuerst meinen Laufrhythmus finden. Schon auf dem ersten Kilometer bin ich bei den Läuferinnen an erster Stelle, was jedoch nicht unbedingt beruhigend ist – ich rechne jederzeit damit, dass mich eine noch schnellere Läuferin überholt.

Die Strecke führt zu etwa zwei Dritteln über eine geteerte Strasse, welche jedoch sehr steil ist. Auf dieser Strecke muss man seine Kräfte gut einteilen. Ich laufe flüssig und ich fühle mich heute gut. Auch meine Beine fühlen sich leicht an.

Ein Abstecher in den Wald unterbricht für kurze Zeit den Lauffluss, da der steile, durch Wurzeln gezeichnete Wanderweg grosse, kraftvolle Tritte erfordert. Zuerst habe ich den Eindruck, dass ich langsam bin. Als ich den Läufern vor mir jedoch immer näherkomme, muss ich meinen Eindruck korrigieren. Der technische Teil liegt mir sehr und ich überhole am Ende dieses Abschnittes noch ein paar Läufer.

Der extrem steile Aufstieg wird durch einen ca. 1 Kilometer langen flacheren Abschnitt unterbrochen, wo man die von der Steigung angespannten Waden etwas lockern kann 😉 Im oberen Drittel läuft man auf Naturwegen – hier kann ich wieder meinen Vorteil ausspielen, da mir das technische Laufen liegt. Allerdings ist es heute nicht ganz einfach, ¨über die Matten zu laufen, da der Regen in dieser Woche den Boden ziemlich durchnässt hat und man aufpassen muss, wo man hintritt und dass man nicht ausrutscht – also keine Bedingungen für eine schnelle Laufzeit.

Ich laufe «meinen Stiefel» bis zum Ziel. Auch wenn ich auf dem letzten Kilometer, wo man von der morastigen Wiese wieder auf einen zum Laufen angenehmeren Wanderweg kommt (kein Rutschen mehr beim Laufen), jetzt am Anschlag laufe, komme ich mit einem recht grossen Vorsprung auf die zweite Läuferin (2:10 Minuten) ins Ziel.

Ich freue mich extrem über den tollen Lauf und die tolle Leistung (unabhängig vom Rang) sowie über die wahnsinnig schöne Aussicht hier oben! Ich kann mich fast nicht sattschauen! Ich war wie schon erwähnt 7-mal hier oben und oft hatte es hier Nebel oder die Sicht war durch Wolken getrübt. Und heute sowas! Ich bereue einzig, dass ich mein Handy nicht hier oben habe – wenigstens für ein Foto dieser fantastischen Aussicht mit dem unglaublich faszinierenden Bergpanorama! Egal, ich geniesse es und komme bestimmt wieder – für eine solche Aussicht würde ich noch 100-mal hier raufrennen!

Ich stelle fest: Ich bin am Wildspitzlauf 8-mal gestartet, habe 3-mal gewonnen (2012, 2023 und 2025) und war nie schlechter als 2. Läuferin Overall – was für eine Bilanz! Dann kommt noch hinzu, dass ich heute meinen ersten Berglauf mit 40 Jahren gemacht und erst noch gewonnen habe 😉

Infos zum Lauf: www.ktvsteinerberg.com

Nicht mehr weit bis zum Ziel. Foto von Petra Ulrich.
Overallpodest der Damen: Links im Bild Gloria Müller (2. Frau) und rechts Marlen Gisler (3. Frau). Das Foto ist von Petra Ulrich.
Foto von Petra Ulrich.

Ein Gedanke zu „3. Sieg am Wildspitzlauf SZ – 28.09.2025“

  1. Blauer Himmel, Sonnenschein – und Tatiana wie immer schnell auf dem Wildspitz. Achtmal hast Du nun an diesem schönen und anspruchsvollen Berglauf im Kanton Schwyz teilgenommen. Nie warst Du „schlechter“ als Zweite. Dreimal hast Du nun gewonnen. Was für eine Bilanz! Herzlichen Glückwunsch!

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