2. Rang bei Vicques-Rétemberg JU – 22.6.2018

Dass ich heute Abend an einem Berglauf starten werde, habe ich heute Morgen noch nicht geglaubt. Gestern bin ich mit Wadenverhärtungen (beide Waden) erwacht. Treppenauf- und -abstiege waren mühsam, auch das harmlose Fusskreisen tat mir weh. Abends war klar: Zu 99% startest du morgen nicht,  zu 1% schon, falls es eine Wunderheilung gibt.

Innerlich hatte ich mich vom Lauf verabschiedet, widerwillig, da ich mich doch soo darauf gefreut habe – endlich wieder einmal in den schönen Kanton Jura reisen! Letztes Jahr bin ich zum ersten Mal Vicques-Rétemberg gelaufen und es hat mir sofort sehr gefallen. Die schöne Umgebung und die lockere Stimmung an der Veranstaltung. Auch wenn ich nicht von hier bin, werde ich immer wieder von Leuten angesprochen und komme so in Gespräche. Alle sind immer sehr freundlich und offen, das fällt auf.

Mein Trainer und mein Vater würden mich dorthin begleiten. Beide sind auch Jurafans. Nun musste ich meinen Vater anrufen und absagen, dass fiel mir schwer. Ich erklärte ihm meine Situation und dass ich schon alles Mögliche unternommen habe, um die Verhärtungen zu lösen. Eine Verbesserung war spürbar, jedoch würde das noch nicht reichen. Ein Start am Lauf war riskant (ich wollte nicht auch noch eine Muskelzerrung o.ä.). Er schlug vor, dass ich weiterhin versuche die Verhärtungen zu lösen und wir wie geplant nach Vicques fahren. Falls es nicht genügend bessern würde, könne ich mich immer noch kurzfristig dagegen entscheiden.

Ein Spaziergang, leichte Übungen, vorsichtiges Dehnen, viel trinken und heisse Wadenduschen halfen mir schliesslich, so dass ich immerhin schon traben konnte. Also, los geht’s!

In Vicques angekommen, wiederhole ich meine Übungen und dehne nochmals ganz vorsichtig. Ich jogge locker los und habe nun doch das Gefühl, es könnte klappen 😉

Start 19:30 in Vicques, ich laufe vorsichtig los und bin im Läuferfeld etwa 8. Frau. Der Berglauf ist 6.3km lang und steigt 412 Meter. Die Strecke führt zuerst flach aus dem Dorf. Nach einem kurzen Anstieg geht es coupiert weiter über asphaltierte Wege und mündet schliesslich in einem Waldpfad, der sehr steil ist (mein Part). Als ich merke, dass es gut geht, drehe ich das Tempo ein wenig auf und fange an zu überholen. Die Waden spüre ich ein wenig, aber nicht einschränkend. Ich fühle mich gut und ziehe das Tempo bis ins Ziel durch.

Mit einer Laufzeit von 34:04 passiere ich die Ziellinie. Ich bin 2. Frau hinter der Siegerin Eléonore Paupe (neuer Streckenrekord) und vor Morgane Crausaz (3.). Hinter der Ziellinie erwartet mich freudig mein Vater – ich freue mich auch riesig, dass es geklappt hat und über meine persönliche Bestzeit, welche ich um über 1 Minute verbessert habe! Wer hätte das gedacht? Dank meinem Vater bin ich heute doch noch gestartet und konnte meine gute Form unter Beweis stellen! Ich danke meinem Vater und meinem Trainer für die tolle Unterstützung!!

Ein eingespieltes Team: Mein Trainer, ich und mein Vater.

Ein paar Übungen gefällig?

Rangliste 2018

 

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