2. Rang am Wildspitzlauf SZ – 25.9.2016

Heute begleitet mich leider niemand nach Steinerberg, ich bin alleine unterwegs. Schon früh morgens nehme ich den Bus nach Thun. Und siehe da: Als ich aus dem Bus steige und zielstrebig Richtung Züge marschiere, sehe ich in grossen Lettern ein fröhliches Heija Tate auf dem Boden. Was für eine schöne Überraschung!

Nachdem ich diese Entdeckung gemacht habe, guckt auch schon Daniela lächelnd hinter der Ecke des Bahnhofsgebäudes hervor. Ich freue mich sehr und wir nehmen vor meiner Abfahrt noch einen Kaffee. Etwas später taucht auch noch mein Trainer Hansruedi auf, um mir einen guten Lauf zu wünschen. Ab geht’s nach Steinerberg Kanton Schwyz!

Schon um 9 Uhr bin ich am Startort. Ich mache mich bereit für den 7,75 km langen Wildspitzlauf, der 960 Meter steigt. Ein schöner Berglauf, ich freue mich darauf! Das Wetter ist schön, ich bin in Form und fühle mich gut – es kann losgehen!

10 Uhr 45: Der Startschuss fällt. Ich laufe als 3. Frau locker los. Nadja Kessler übernimmt gleich die Führung bei den Frauen. Noch im ersten Kilometer bin ich an 2. Stelle. Schon von Anfang an habe ich ca. 30 Sekunden Rückstand auf Nadja.

Die Strecke verläuft über die sehr steile, asphaltierte Strasse. Ich laufe regelmässig und fühle mich gut. Immer wieder überhole ich Läufer. Der Rückstand auf Nadja Kessler ist plus/minus immer gleich. Als es nach ca. 5 Kilometer fast flach wird und einen Kilometer lang nur leicht steigt, vergrössert sich der Abstand von Nadja zu mir. Ich behalte sie im Blick, aber forciere nicht, es wird nochmals richtig steil.

Nun kommt die Abzweigung in den wurzeligen, steilen Waldpfad, der schliesslich auf die Wiese übergeht. Dieser Abschnitt ist sehr steil und ich hole wieder ein wenig auf. Nun drücke ich aufs Gas und gebe alles. Ebenfalls Nadja Kessler. Diejenigen Läufer, die sie überholt, überhole ich auch. Aber ich komme leider nicht mehr näher. Schliesslich kommen die letzte Kurve und die letzten 250 Meter, und es ist klar, dass es zu einem Überholspurt bei Weitem nicht mehr reichen kann. Ich spurte nur noch die letzten 100 Meter, um wenigstens eine gute Zeit herauszuholen. Ich habe gehofft, meine persönliche Bestzeit von 2015 von 51 Minuten und 28 Sekunden zu toppen, aber ich bin heute 15 Sekunden langsamer. Mit 26 Sekunden Rückstand auf die Siegerin werde ich Zweite. Ich bin im Ziel und kann mich einfach nicht wirklich freuen. Auch die wunderschöne Aussicht auf die Zentralschweizer Berge kann mich heute nicht trösten.

In Gedanken gehe ich das Rennen nochmals durch. Was habe ich heute falsch gemach? – Fazit: Nichts! Ich habe mein Bestes gegeben, wir haben beide gefightet und schliesslich bin ich meine zweitbeste Zeit gelaufen – was will ich mehr? Abgesehen davon: Ich war auch noch nie vor Nadja Kessler – starke Läuferin, starke Leistung! Alles ist also OK! Freude über den gelungenen Lauf kommt doch noch auf. Aber klar ist: Meine persönliche Bestzeit will ich auf jeden Fall unterbieten – dann halt ein andermal!

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6 Uhr 15: Überraschung auf dem Bahnhofplatz Thun… 😉
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Aussicht aus Steinerberg
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Eine Wanderung auf den Wildspitz dauert etwas länger als meine 51 Laufminuten…
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Die drei schnellsten Frauen: Siegerin Nadja Kessler, 2. ich, 3. Alexandra Wallimann

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