Heute freue ich mich richtig auf die bevorstehenden 12 Kilometer und 800 Steigungsmeter von Grenchen auf den Untergrenchenberg im Solothurner Jura. Den schönen Berglauf habe ich bereits einige Male bestritten. Für mich hat er eine besondere Bedeutung; im Jahr 2006 holte ich hier an der Berglauf-Schweizer-Meisterschaft (völlig unerwartet) die Goldmedaille in der Kategorie U23. Die Strecke verlief damals im oberen Bereich ein wenig anders.
Letztes Jahr, also 2015, wurde die Berglauf Schweizer-Meisterschaft wieder am Grenchenberg ausgetragen. Ich war Feuer und Flamme, ich wollte mein Bestes zeigen. Ich hatte die Startnummer gelöst, obwohl ich seit einer Woche Schmerzen am Fuss hatte und ich seither keinen Meter mehr gejoggt war. Meine Form war top und mein Kopf wollte es nicht zulassen, diese Chance nicht zu nutzen. Nach dem Motto „die Hoffnung stirbt zuletzt“ fing ich mit meinem Aufwärmprogramm an. Als ich dann Steigerungsläufe machen wollte, hatte ich solche Schmerzen, dass mich mein Trainer und meine Vernunft zur definitiven Laufpause bewegt haben. Zehn Minuten vor Start nahm ich die Startnummer wieder ab und verliess bitter enttäuscht und mit Tränen das Gelände. Wie sich später herausstellte, war das die beste Lösung (ein Wettkampf hätte alles nur noch verschlimmert). Schliesslich, nach ärztlicher Abklärung, hatte ich eine Entzündung am rechten Fuss und musste eine 5-wöchige Laufpause einlegen. Das hat sich mehr als ausgezahlt: nach dieser Laufpause und vielen Trainings auf meinem Rennrad habe ich das Lauftraining wieder aufgenommen und in der Berglaufsaison 2015 total 7 Tagessiege und etliche schöne Podestplätze geholt! =)
Nun zum Grenchenberglauf 2016: Langsam aber sicher kann ich an meine gute Form vom letzten Jahr anknüpfen! Ich starte eher langsam und laufe bis ca. Kilometer 4 dosiert. Von da an versuche ich vor allem in den ganz steilen Abschnitten Gas zu geben, was mir auch gelingt. Erst nach rund 30 Minuten laufe ich bei den Frauen an dritter Stelle. Der Lauf ist sehr gut besetzt und die Konkurrentinnen sind mir dicht auf den Fersen.
Beim Verpflegungsposten „Wäsmeli“ spielt die Guggenmusik, was mich total anspornt. Und später in einer Kurve auf dem letzten Kilometer ertönen mehrere Alphörner. Es klingt schön, mit Hühnerhaut laufe ich die letzte Gerade, dann kommt der Aufstieg durch den Wald und schliesslich eine Rampe über die morastige Matte, welche ins Ziel führt. Einen Freudeschrei kann ich nicht unterdrücken, schliesslich habe ich den 3. Rang ins Ziel gebracht und das an einem der besten Jura Top Tour Läufe!!! Was für ein toller Tag =) !!!




Liebe Tatiana, ich gratuliere noch Mals für den Grenchenberglauf und auch für so einen erfolgreichen Sezon!! Herzlichst….