Der Startschuss fällt um punkt 9Uhr in Stans. Es ist bewölkt, trocken und die Temperatur angenehm – ideales Laufwetter also. Es sind viele Läuferinnen und Läufer am Start und es kommt anfangs zu einem Gedränge, das sich dann aber nach den ersten 100 Metern gleich auflöst. Ich starte locker und nicht zu schnell, schliesslich ist der Lauf 10,9km lang und hat beachtliche 1’416 Steigungsmeter. Nach den ersten zwei Kurven neben der imposanten Dorfkirche vorbei geht es gleich sehr steil zur Sache; die asphaltierte Strasse führt bis zur Endstation der nostalgischen Standseilbahn. Nach einer scharfen Kurve ist man im Wald und ab jetzt ist alles Naturweg.
Nach rund 22 Minuten überhole ich zum letzten Mal eine Frau und ich bin ab jetzt an 3. Stelle. Mir läuft’s prima. Ich überhole laufend Läufer, im Moment geht das noch gut. Weiter oben im Wald ist der wurzelige Pfad so schmal, dass es praktisch unmöglich ist, zu überholen. Für eine Weile bin ich im ‚Sandwich‘. Höchste Konzentration ist gefragt, da der Weg glitschig und zum Teil exponiert ist.
Wir kommen aus dem Wald. Der Pfad führt nun über einen steilen Hang, ich laufe flüssig. Der letzte Verpflegungsposten kommt. Bald darauf folgt ein kurzer morastiger Abschnitt (ohne Ausweichmöglichkeit), auf dem mir fast die Schuhe stecken bleiben… Kurzfristig habe ich Mühe, bei dem Tempo die Balance zu halten und nicht auszurutschen. Ich komme etwas aus meinem Laufrhythmus, den ich aber bald wieder finde. Auf dem letzten Kilometer sehe ich die 2. Frau in einer Kurve. Sie ist relativ nahe, aber im Steilen reichen die paar hundert Meter bis zum Ziel nicht mehr aus zum Aufholen. Kommt dazu, dass wir fast gleich schnell unterwegs sind und ich zum Schluss definitiv am Anschlag bin.
Je näher das Ziel, desto mehr Zuschauer hat es. Mein Blick ist auf den Weg gerichtet. Ich höre das laute Klatschen und von überall her ein „Bravo!“ und „Super!“. Die euphorisierte Stimmung geht auf mich über und die letzten Meter kommen mir unwirklich vor, wie in einem Film. Ich bin im Ziel! Ich freue mich über das tolle Resultat und bin stolz darauf!
Übrigens gewonnen hat die Spitzenläuferin Lucia Mayer. Zweite wird Nadja Kessler, darauf folge ich. Als Vierte erreicht die Nationalkader-Läuferin Angela Haldimann das Ziel.















