Heute erwarten mich 13km mit 744m Steigung von Cressier auf den Chaumont. Wegen organisatorischer Probleme fällt der Startschuss 30 Minuten später als nach Plan. Es hellt auf, die Sonne zeigt sich sogar und es scheint ein Hitzerennen zu werden (doch der Schein trügt, wie sich später herausstellt… ).
Die Startschlaufe führt durch das schmucke Dorf Cressier am schönen Schloss vorbei und in die steile Strasse nach Enges an Rebbergen entlang. Nach 15 Minuten überhole ich zum letzten Mal eine Läuferin. Von nun an bin ich 3. Frau. Bis jetzt war die Strecke ziemlich steil und es läuft mir gut, ich habe meinen Rhythmus gefunden. Nach Enges kommt ein längerer Waldabschnitt. Der Untergrund ist von nun an schwieriger zu laufen, da der viele Regen der letzten Wochen seine Spuren hinterlassen hat… Aber der Schwierigkeitsgrad wird noch einmal drastisch gesteigert: Nach ca. zwei Dritteln des Rennens wird es rasant finster wie in einer Höhle und es fängt sintflutartig an zu regnen! Sofort ist alles durchnässt und der ohnehin schon mit Regenwasser durchtränkte Untergrund wird noch schlimmer. Ich befinde mich gerade auf einem Waldpfad , der morastiger nicht sein könnte – im Abstieg sinke ich mit einem Fuss so tief ein, dass mir beinahe der Schuh stecken bleibt! Es rutscht bei jedem Schritt; die Füsse bleiben nie dort, wo sie aufgesetzt haben und man muss aufpassen, um nicht zu stürzen (vor mir stürzt ein Läufer…)!
Der Hauptaufstieg ist nun hinter mir. Nach diesem äusserst schwierigen Abschnitt, kommt der Schlussabstieg – ziemlich steil und rutschig über Stock und Stein, lasse ich es ‚krachen‘ und sause mit Schuss dem Ziel entgegen, und freue mich sogar über dieses Sauwetter!
Folgende Fotos aus www.sportplus.ch von Robin Nyfeler:


Erster Podestplatz in Chaumont
hb. Als Tatiana Anfang Juni 2005 zum ersten Mal bei Cressier – Chaumont, einem der grössten Bergläufe im Kanton Neuenburg, startet, ist sie noch keine zwanzig Jahre alt. Es ist erst der neunte Lauf ihrer Karriere. In einem hervorragend besetzten Rennen (Siegerin wird Angéline Joly, die im Herbst 2005 in Zermatt Schweizer Berglauf-Meisterin werden wird) kommt Tatiana als zwölfte Frau ins Ziel. Nach einem tollen Schlussspurt vom höchsten Punkt der Strecke hinunter nach Chaumont sagt sie: „Heute habe ich ein Fenster aufgetan.“ Sie meint damit, dass sie zum ersten Mal an die Grenze gegangen sei. – Nun, elf Jahre später, nach zwei vierten Plätzen in den Jahren 2008 und 2009 sowie einem fünften Platz im Jahr 2013, hat Tatiana zum ersten Mal den Sprung aufs Podest geschafft. In einem der schwierigsten Cressier – Chaumont der letzten Jahre (im letzten Renndrittel ist die Strecke teilweise ein Sumpf und im Schlussabstieg verwandelt ein überfallartiger Regen den Weg innert Minuten in ein Bächlein) zeigt Tatiana ihr ganzes Können: geschickte Einteilung der Kräfte im Aufstieg, Kampfgeist im Morast und am Ende die Bereitschaft, dem Hudelwetter mit Begeisterung die Stirn zu bieten.






Hei Tatiana!
Ob Regen, Matsche oder Wurzelwege, nichts kann Dich aufhalten. Herzlichen Glückwunshh zu dem hervorragenden Platz 🙂
Ich freue mich mit Dir und bin stolz auf Dich.
Daniela