3. Rang bei Cressier-Chaumont NE – 4.6.2016

Heute erwarten mich 13km mit 744m Steigung von Cressier auf den Chaumont. Wegen organisatorischer Probleme fällt der Startschuss 30 Minuten später als nach Plan. Es hellt auf, die Sonne zeigt sich sogar und es scheint ein Hitzerennen zu werden (doch der Schein trügt, wie sich später herausstellt… ).

Die Startschlaufe führt durch das schmucke Dorf Cressier am schönen Schloss vorbei und in die steile Strasse nach Enges an Rebbergen entlang. Nach 15 Minuten überhole ich zum letzten Mal eine Läuferin. Von nun an bin ich 3. Frau. Bis jetzt war die Strecke ziemlich steil und es läuft mir gut, ich habe meinen Rhythmus gefunden. Nach Enges kommt ein längerer Waldabschnitt. Der Untergrund ist von nun an schwieriger zu laufen, da der viele Regen der letzten Wochen seine Spuren hinterlassen hat… Aber der Schwierigkeitsgrad wird noch einmal drastisch gesteigert: Nach ca. zwei Dritteln des Rennens wird es rasant finster wie in einer Höhle und es fängt sintflutartig an zu regnen! Sofort ist alles durchnässt und der ohnehin schon mit Regenwasser durchtränkte Untergrund wird noch schlimmer. Ich befinde mich gerade auf einem Waldpfad , der morastiger nicht sein könnte – im Abstieg sinke ich mit einem Fuss so tief ein, dass mir beinahe der Schuh stecken bleibt! Es rutscht bei jedem Schritt; die Füsse bleiben nie dort, wo sie aufgesetzt haben und man muss aufpassen, um nicht zu stürzen (vor mir stürzt ein Läufer…)!

Der Hauptaufstieg ist nun hinter mir. Nach diesem äusserst schwierigen Abschnitt, kommt der Schlussabstieg – ziemlich steil und rutschig über Stock und Stein, lasse ich es ‚krachen‘ und sause mit Schuss dem Ziel entgegen, und freue mich sogar über dieses Sauwetter!

Folgende Fotos aus www.sportplus.ch von Robin Nyfeler:

Cressier Chaumont Robin Nyfeler

Cressier Chaumont Robin Nyfeler

Cressier Chaumont Robin Nyfeler

Cressier Chaumont Robin Nyfeler

Cressier Chaumont Robin Nyfeler

Cressier Chaumont Robin Nyfeler
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Rangliste 2016

Erster Podestplatz in Chaumont

hb. Als Tatiana Anfang Juni 2005 zum ersten Mal bei Cressier – Chaumont, einem der grössten Bergläufe im Kanton Neuenburg, startet, ist sie noch keine zwanzig Jahre alt. Es ist erst der neunte Lauf ihrer Karriere. In einem hervorragend besetzten Rennen (Siegerin wird Angéline Joly, die im Herbst 2005 in Zermatt Schweizer Berglauf-Meisterin werden wird) kommt Tatiana als zwölfte Frau ins Ziel. Nach einem tollen Schlussspurt vom höchsten Punkt der Strecke hinunter nach Chaumont sagt sie: „Heute habe ich ein Fenster aufgetan.“ Sie meint damit, dass sie zum ersten Mal an die Grenze gegangen sei. – Nun, elf Jahre später, nach zwei vierten Plätzen in den Jahren 2008 und 2009 sowie einem fünften Platz im Jahr 2013, hat Tatiana zum ersten Mal den Sprung aufs Podest geschafft. In einem der schwierigsten Cressier – Chaumont der letzten Jahre (im letzten Renndrittel ist die Strecke teilweise ein Sumpf und im Schlussabstieg verwandelt ein überfallartiger Regen den Weg innert Minuten in ein Bächlein) zeigt Tatiana ihr ganzes Können: geschickte Einteilung der Kräfte im Aufstieg, Kampfgeist im Morast und am Ende die Bereitschaft, dem Hudelwetter mit Begeisterung die Stirn zu bieten.

5. Rang am Passwang-Berglauf SO – 21.5.2016

Mein zweiter Berglauf diese Saison: 10,4km lang, 684m Steigung und 129m Abstieg. Er ist zugleich der Selektionslauf für die Berglauf-Europameisterschaft in Arco/Italien.

Bei schönstem Wetter und 25°C fällt der Startschuss im Dorf Mümliswil, das von Jurahügelzügen umgeben ist (ich liebe den Jura!). Ich bin hinter den schnellsten Läuferinnen eingereiht und starte nicht allzu schnell. Dieses Mal habe ich keinen „Fight“ mit Konkurrentinnen, weil ich in einer Lücke laufe; vor und hinter mir ist keine Läuferin in Sicht. Ich laufe „meinen Stiefel“. Grundsätzlich läuft es mir gut, auch wenn das Streckenprofil mit vielen flacheren Abschnitten nicht meinen Vorzügen entspricht.

Auf der zweiten Streckenhälfte macht sich eine Blase am rechten Fuss brennend bemerkbar (etwas, das ich bisher nicht gekannt habe…). Ab jetzt ist mein Laufstil nicht mehr so toll anzusehen… Dafür laufe ich so gut es geht mein Tempo und auch die steile Rampe kurz vor Zieleinlauf renne ich noch einigermassen zügig hoch und beende den top besetzten Qualilauf mit Stolz als 5. Frau. Mit riesigem Vorsprung und Streckenrekord gewinnt die Weltklasseläuferin Martina Strähl mit einer ausserirdisch schnellen Zeit von 47 Minuten und 44 Sekunden! 2. Frau ist Maya Chollet (54:31), 3. Petra Eggenschwiler (54:44) und 4. Céline Aebi (54:50). Danach folge schon ich (56:37) 😉

Ich danke meinem Trainer Hansruedi Bühler und meiner Betreuerin Daniela Siegenthaler für die tatkräftige Unterstützung am Streckenrand!

Rangliste 2016

Ein paar Eindrücke in Bildern…

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Vor dem Rennen…
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Einlaufen im Schatten
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P1200940Mitten im Rennen – meistens an der prallen Sonne.
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Nach dem Lauf

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Mitfiebern, mitleiden und sich mitfreuen – ein Renn-Nachmittag mit Tatiana von Allmen

Ein Bericht von Hansruedi Bühler.

Mitfiebern

Meine Freundin Daniela und ich begleiten Tatiana von Allmen an den Passwang-Lauf, der von Mümliswil auf den Oberen Passwang führt. Tatiana nimmt bereits zum siebten Mal an diesem zur Jura-Top-Tour zählenden Berglauf teil. Mit Ausnahme von 2013, als sie Zwölfte wurde, ist ihr bisher immer ein Platz unter den besten zehn Frauen gelungen. Das beste Ergebnis war der vierte Rang im Jahr 2015. Dieses Jahr ist der Lauf besonders gut besetzt. Einige der besten Schweizer Bergläuferinnen kämpfen um die Teilnahme an der Berglauf-Europameisterschaft in Italien. Tatiana ist trotzdem – und obschon die nicht sehr steigungsreiche Strecke ihren Fähigkeiten nicht entgegenkommt – zuversichtlich, vorne mitmischen zu können. Während sie sich einläuft (von Warmlaufen kann bei der ungewohnten Hitze nicht die Rede sein…), joggen Daniela und ich auf den ersten Hügel. Um 15.00 Uhr fällt auf dem Lindenplatz in Mümliswil der Startschuss. Daniela positioniert sich am Ende der ersten Steigung am Streckenrand, um ein paar Fotos für Tatianas Homepage zu machen. Tatiana flitzt an ihr vorbei und taucht schon bald danach bei mir auf. Ich warte in der Mitte eines langen Flachstückes. Etwa vier Kilometer sind nun gelaufen. Die Weltklasse-Bergläuferin Martina Strähl führt das Frauenrennen mit grossem Vorsprung an. Knapp eine Minute hinter dem Trio Petra Eggenschwiler, Maya Chollet und Céline Aebi folgt Tatiana auf dem fünften Platz. Ich feuere sie an und renne dann auf einer Abkürzung zum nächsten Beobachtungspunkt bei Kilometer 5,5. Die Strecke führt hier abwärts. Die ersten Männer und auch Martina Strähl spurten in einem Tempo den Berg hinunter, dass der Boden zu zittern scheint. Tatiana liegt immer noch an fünfter Stelle. Sie strahlt und streckt den Daumen in die Höhe, als ich ihr zurufe. Schnell renne ich auf einem Waldweg zu Kilometer 6,3. Nun geht es endlich bergauf. Ich stoppe die Zeit: Tatiana liegt etwa siebzig Sekunden hinter Chollet, Eggenschwiler und Aebi. Noch scheint einiges möglich zu sein, denn die steilsten Steigungen stehen noch bevor.

Mitleiden

Daniela und ich beeilen uns, um auf einem steilen Weglein rechtzeitig zum achten Kilometer zu kommen. Es gelingt uns. Martina Strähl als erste Frau ist zwar längst vorbeigelaufen. Die drei scheinbar unzertrennlichen Verfolgerinnen sehen wir aber noch. Und dann erscheint auch schon Tatiana. Doch etwas scheint nicht zu stimmen: Tatiana setzt die Füsse im sehr steilen Gelände ungewohnt schräg auf. Ich frage, ob alles in Ordnung sei. Sie nickt. Ich mache mir aber etwas Sorgen. Vor einer Woche hatte Tatiana auf den Start am Berglauf von Vallorbe auf den Dent du Vaulion verzichtet, weil sie ein Problem mit einem Fuss gehabt hatte. „Hoffentlich nichts Schlimmes“, denke ich. Daniela und ich folgen kurz der Strecke. Bald sehen wir bis zum Ziel hinauf. Die Strecke wird noch einmal flach und führt dann durch einen Wald aufwärts. Wir kürzen ab und nehmen den steileren Weg über eine Wiese. Bald schiesst Tatiana hoch über uns aus dem Wald. Wir jubeln zu ihr hinauf. Als sie uns hört, streckt sie die Arme in die Luft. Es scheint alles in Ordnung zu sein. Den fünften Platz wird sie sicher ins Ziel bringen.

Sich mitfreuen

Wir warten oberhalb des Bergrestaurants Oberer Passwang auf Tatiana. Sie strahlt wie ein Leuchtkäfer. „Yes!“, sagt sie. Wir gratulieren ihr. Die Frage nach dem Fuss ist rasch geklärt: eine Blase an der rechten Fusssohle, schmerzhaft zwar und etwas hemmend, aber nichts Gravierendes. Wir sind erleichtert. Während Tatiana nun in den Läuferbus steigt, um nach Mümliswil zurück zu fahren, machen Daniela und ich uns auf den Fussweg ins Tal. Wir geniessen die Sonne und den Blick auf die bewaldeten Jurahügel in der Nähe und die Schneegipfel der Alpen in der Ferne. Und ja: Wir sind stolz auf „unsere“ Läuferin, die sich direkt hinter den besten Schweizerinnen eingereiht hat. Weiter so, Tate!

4. Rang am Tüfelsschlucht-Berglauf Hägendorf SO – 29.4.2016

Als ich mit einer gelaufenen Zeit von 42min und 2sek als 4. Frau auf dem Allerheiligenberg ins Ziel laufe, sollte ich eigentlich zufrieden sein, denn es ist meine persönliche Bestzeit am schönen Tüfelsschluchtlauf. Aber ich bin alles andere als happy. Doch alles der Reihe nach:

Jedes Jahr freue ich mich von Neuem auf den Tüfelsschlucht-Berglauf im Solothurner Jura, denn dort starte ich jeweils meine Berglaufsaison.  Die 8,3km lange Strecke mit 500m Höhenunterschied führt von Hägendorf durch die speziell schöne Tüfelsschlucht auf den Allerheiligenberg.

Nach vielen nasskalten und schneereichen Tagen kommt das Wetter wie bestellt: sonnig, schön und angenehm warm. Eigentlich stimmt alles. Ich starte nicht allzu schnell, aber die Anfangsschlaufe bis zum Schluchtanfang laufe ich  (für Saisonbeginn) doch in zu hohem Tempo. Ich merke es daran, dass ich in der Schlucht, wie jedes Jahr, zwar auf Überholkurs bin, jedoch die Überholmanöver auf dem schmalen Schluchtweg dieses Jahr zu viele Körner und Nerven kosten. Ich kann das Tempo halten, bin aber unendlich froh, als ich aus der engen Schlucht auf die breite Matte komme, wo ich viel Platz und Weitsicht habe.

Ich versuche weiterhin ein flottes Tempo zu laufen, schliesslich ist mir eine gute Laufzeit wichtig. Als ich nach vorne blicke, entdecke ich plötzlich die nächste Läuferin vor mir, Jutta Brod, mit einem Vorsprung von geschätzten 30 Sekunden. Es juckt mich, und ich kann es nicht unterdrücken, das Tempo noch ein wenig zu steigern… Zu meinem eigenen Erstaunen gelingt es mir trotz dem heuer beschwerlichen Aufstieg, näher zu kommen. Auf der Zielgeraden ziehe ich das Tempo nochmals an. Jutta Brod tut das aber auch, und so schaffe ich es zwar, sie einzuholen, komme aber nicht an ihr vorbei. Was für ein Krimi!

Nun bin ich nicht wegen des knapp verpassten Podestplatzes nicht zufrieden, sondern deswegen, weil das Laufgefühl noch nicht gestimmt hat. Wie gesagt, ganz nüchtern betrachtet war der erste Berglauf in der Saison mit PB über den Erwartungen und ebenfalls die tolle Rangierung bei dieser starken Konkurrenz! Übrigens: Die Siegerin ist Petra Eggenschwiler. Zweite wird Céline Aebi vor Jutta Brod – und eben mir… 😉

Rangliste 2016

2. Rang auf der Kurzstrecke am Sensler Frühlingslauf FR – 17.4.2016

Es ist mein letzter Aufbaulauf vor der Berglaufsaison. Die Kurzstrecke in Tafers ist 6,2km lang und coupiert. Geteerte Strassen und vom Regen aufgeweichte Feldwege wechseln sich ab. Die Strecke gefällt mir. Wegen leichten Magenbeschwerden kann ich jedoch nicht aus dem Vollen schöpfen. Trotzdem  bin ich mit dem Resultat sehr zufrieden. Mit einer Zeit von 25min 27sek laufe ich als zweite Frau ins Ziel, dicht gefolgt von Nicole Bürgisser. Alina Pochon gewinnt mit 25:03 das Rennen. Sie ist die aktuelle U20 Schweizermeisterin in der Disziplin 10km Strasse.