Als ich mit einer gelaufenen Zeit von 42min und 2sek als 4. Frau auf dem Allerheiligenberg ins Ziel laufe, sollte ich eigentlich zufrieden sein, denn es ist meine persönliche Bestzeit am schönen Tüfelsschluchtlauf. Aber ich bin alles andere als happy. Doch alles der Reihe nach:
Jedes Jahr freue ich mich von Neuem auf den Tüfelsschlucht-Berglauf im Solothurner Jura, denn dort starte ich jeweils meine Berglaufsaison. Die 8,3km lange Strecke mit 500m Höhenunterschied führt von Hägendorf durch die speziell schöne Tüfelsschlucht auf den Allerheiligenberg.
Nach vielen nasskalten und schneereichen Tagen kommt das Wetter wie bestellt: sonnig, schön und angenehm warm. Eigentlich stimmt alles. Ich starte nicht allzu schnell, aber die Anfangsschlaufe bis zum Schluchtanfang laufe ich (für Saisonbeginn) doch in zu hohem Tempo. Ich merke es daran, dass ich in der Schlucht, wie jedes Jahr, zwar auf Überholkurs bin, jedoch die Überholmanöver auf dem schmalen Schluchtweg dieses Jahr zu viele Körner und Nerven kosten. Ich kann das Tempo halten, bin aber unendlich froh, als ich aus der engen Schlucht auf die breite Matte komme, wo ich viel Platz und Weitsicht habe.
Ich versuche weiterhin ein flottes Tempo zu laufen, schliesslich ist mir eine gute Laufzeit wichtig. Als ich nach vorne blicke, entdecke ich plötzlich die nächste Läuferin vor mir, Jutta Brod, mit einem Vorsprung von geschätzten 30 Sekunden. Es juckt mich, und ich kann es nicht unterdrücken, das Tempo noch ein wenig zu steigern… Zu meinem eigenen Erstaunen gelingt es mir trotz dem heuer beschwerlichen Aufstieg, näher zu kommen. Auf der Zielgeraden ziehe ich das Tempo nochmals an. Jutta Brod tut das aber auch, und so schaffe ich es zwar, sie einzuholen, komme aber nicht an ihr vorbei. Was für ein Krimi!
Nun bin ich nicht wegen des knapp verpassten Podestplatzes nicht zufrieden, sondern deswegen, weil das Laufgefühl noch nicht gestimmt hat. Wie gesagt, ganz nüchtern betrachtet war der erste Berglauf in der Saison mit PB über den Erwartungen und ebenfalls die tolle Rangierung bei dieser starken Konkurrenz! Übrigens: Die Siegerin ist Petra Eggenschwiler. Zweite wird Céline Aebi vor Jutta Brod – und eben mir… 😉














